Bei Käse ist noch Luft nach oben

Bei Käse ist noch Luft nach oben

von der Klasse 6e, Gymnasium Römerhof im Rahmen des Projektes „Meine Zeitung. Frankfurter Schüler lesen die FAZ“

Lisa Maria Schreiber und Marco Prehler aus Frankfurt wollen mit ihrem Podcast „Der Vegane Tofu Talk“ etwas bewegen. Das wurde auch bei dem Interview deutlich, das die 6e des Frankfurter Gymnasiums Römerhof am 26. April 2021 mit ihnen online führte. Locker, aber auch überzeugt in der Sache stellten sich die beiden den vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Ihren Podcast gibt es seit einem Jahr. Themen wie „Wieso ist Honig nicht vegan?“ oder „Let’s talk about Tofu! Tofu-Tipps und Rezeptideen“ sind unter den bisherigen 54 Ausgaben dabei. Ursprünglich gingen Lisa und Marco auf die Straße, um gegen Tierquälerei zu protestieren. Als das wegen Corona nicht mehr möglich war, kamen sie auf die Idee für einen Podcast.

Besser für die Gesundheit, die Umwelt und die Tiere

Für sie ist das vegane Leben das einzig richtige: Kein Fleisch und keine tierischen Produkte seien besser für die Gesundheit, die Umwelt und die Tiere, so Lisa Maria Schreiber. Sogar Hochleistungssportlerinnen und -sportler stellten ohne Probleme auf vegane Ernährung um und fühlen sich danach sogar leistungsfähiger, da auch fleischloses Essen genug Proteine hergebe. Hülsenfrüchte und Tofu sind laut Marco Prehler ein guter Ersatz für tierische Proteine und schmecken auch gut, wenn man die richtige Zubereitung wählt. Bei Tofu müsse man die Flüssigkeit ausdrücken und dann gut anbraten.

Lisa und Marco leben vor allem wegen Tierquälerei vegan

Auch die Umwelt freue sich über jeden veganen Menschen, denn es werden zum Beispiel weniger Flächen gerodet, um Futter für Tiere anzubauen. So würden weniger Bäume gefällt und nebenher auch der Welthunger verringert, da statt Tierfutter Getreide für die Menschen angebaut werden könne. Der Hauptgrund für Lisa und Marco, vegan zu werden, ist die Tierquälerei bei der Nutzung von Tieren als Lebensmittel. Tierversuche, Reiten, Honig, Leder und vieles mehr sind für Veganerinnen und Veganer tabu, da hier Tiere benutzt oder sogar gequält werden.

Fast alle veganen Lebensmittel sind lecker

Die Umstellung zu einer veganen Lebensweise sei gar nicht so schwer: Am Anfang müsse man noch die Etiketten der Produkte lesen, da nicht überall die „Veganblume“ drauf sei. Das ist ein Logo auf Lebensmitteln, an dem man erkennen kann, dass ein Produkt vegan ist. Doch nach 1-2 Wochen habe man sich daran gewöhnt, und es sei dann sehr entspannt, so Lisa Maria Schreiber. Vegane Lebensmittel sind auch lecker, nur beim Käse sind sie noch nicht so zufrieden. Beide haben auch ihr Lieblingsessen: Marco Prehler isst am liebsten Milchreis mit Apfelmus und Zimt, natürlich hergestellt mit Hafermilch, und Lisa liebt vegane Pizza.

Auch die Essgewohnhheiten ihrer Familien ändern sich

Lisa und Marco diskutieren auch gerne in ihren Familien über die Vor- und Nachteile des veganen Lebensstils. Ihre Aufklärung zeigt Erfolg, denn die Essgewohnheiten ihrer Familien verändern sich langsam Richtung Veganismus. Auch wenn sie Menschen respektieren, die keine Veganer sind, hat ihre Toleranz eine klare Grenze, nämlich wenn jemand geschlagen oder jemandem Leid zugefügt wird – auch Tieren. Auf die Frage, ob es auch Vorteile gebe, nicht vegan zu sein, erwiderte Marco: „Es gibt nur einen Vorteil: Man muss sich nicht immer rechtfertigen.“

Die Klasse 6e wünscht den beiden viel Erfolg bei ihrer Mission und ist schon ganz gespannt, wann sie in einem der kommenden Podcasts erwähnt wird.

Foto: Marco Prehler (links) und Lisa Maria Schreiber im Video-Interview mit der 6e, rechts: So kann ein veganes Frühstück aussehen. Fotos: Antje Ziogas / Alice Pasqual auf Unsplash.

Hier der Link zum Artikel auf der Projektseite: Meine Zeitung Detail (meinezeitung-frankfurt.de).

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